Embodiment, Psychosomatik & Körpertherapie

Psychosomatik & Embodiment

Das Embodiment-Konzept ist ein neuer Ansatz des 21. Jahrhunderts und stellt gewissermaßen eine Erweiterung der Psychosomatik dar. Embodiment legt die Betonung, mehr als die Psychosomatik, auf einem immerwährenden Kreislauf zwischen Körper und Psyche [1]. Nicht nur Geist und Psyche beeinflussen den Körper, sondern der Körper hat auch Auswirkungen auf unsere Stimmungen und Emotionen. Demnach kann eine bestimmte Körperhaltung, Mimik oder Gestik beispielsweise vorübergend zu einem depressiven Gefühl führen, ohne dass diesem dazu passende Gedanken vorausgegangen sind. Wir befinden uns durchgehend in einem Wechselspiel zwischen unserem Körper, unserer Psyche und Erlebnissen im Außen.

Diese wechselseitige Verbindung von Körper und Geist ist maßgeblich für die psychosoziale Gesundheit und damit auch für beratende und therapeutische Arbeit. Diese Erkenntnis findet sich immer mehr im Gesundheitswesen wieder. Anstatt der früheren Konzentration auf Gesprächstherapie und Psychopharmaka, entstehen zunehmende Angebote im Bereich der Körper- und Bewegungstherapie. Ebenso findet das Embodiment-Konzept Anklang im Bereich des Leistungssports und im professionellen Tanztraining, da nachweislich bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn körperliche Aktivitäten mit geistigen in Verbindung gebracht werden.

intuitiv, Kinder

Intuitives Körpererleben

Der Körper handelt von sich aus intuitiv. Doch intuitives Handeln wird oft im Laufe der Sozialisation verlernt. Intuitive körperliche Reaktionen kann man häufig bei Kindern beobachten, die bei großer Aufregung oder Freude zappelig werden oder zu zittern beginnen. Eigentlich haben diese Bewegungen Vorbildcharakter. Durch die Stresshormone Adrenalin und Cortisol spannen sich unterschiedliche Muskelgruppen unseres Körpers an. Daraufhin entsteht ein Zittern, was eine natürliche Reaktion im Falle von erhöhter Anspannung, wie bei Prüfungsangst oder nach einer Schocksituation, ist. In einer Stresssituation zu zittern ist also völlig normal und sogar gesund, denn dabei lösen sich Muskelverspannungen wieder und wichtige Hormone werden ausgeschüttet [2].
Jedoch lernen die meisten Menschen mit zunehmendem Alter, welches Verhalten sozial angemessen ist und welches nicht. Zittern (ebenso wie Weinen ) – wird als ein Zeichen von Angst und Schwäche bewertet und trotz der gesunden Wirkung unterdrückt. Ohne Zittern oder andere körperliche Ausdrucksarten bleiben allerdings die körperlichen Anspannungen bestehen und können sich darüber hinaus mit der Zeit verstärken.

Körpergedächtnis

Der Körper verarbeitet gemachte Erfahrungen und speichert sie in einem Körpergedächtnis ab. Wir können uns an viele Erfahrungen erinnern, sie mittels Kraft von Gedanken hervorholen und anschauen. Dabei kann es sein, dass mit der Erinnerung an ein schwerwiegendes Erlebnis auch ein Gefühl von Schwere in unserem Körper aufsteigt. Der Zugang zum Körpergedächtnis funktioniert allerdings nicht vorrangig durch den Geist, sondern viel mehr durch das Erleben und Spüren des eigenes Körpers, wie zum Beispiel durch Berührungen oder Bewegungen.

Ebenso kommt es vor, dass der Körper sich Handlungsmuster aneignet, die einen Sinn in einer bestimmten Lebensphase ergeben, die jedoch in anderen Lebensphasen belastend und hinderlich sein können.
So hat es zum Beispiel eine sinnvolle Schutzfunktion für das Kind, sich klein und unauffällig zu machen, wenn die Eltern heftig streiten. Im Erwachsenenalter verliert dieses angeeignete Muster nicht nur seinen Sinn, sondern beeinträchtigt das körperliche und psychische Wohlbefinden. Es gibt eine Vielzahl von körperlichen als auch psychischen Denk- und Verhaltensmustern, die, wie im Beispiel, in der Kindheit sinnvoll waren, in der Gegenwart jedoch ihren Sinn nicht mehr erfüllen [3].

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Körper als Resonanzraum & Ressource

Dem Körper wohnt ein reiches Lösungs- und Ressourcenpotenzial inne, dessen sich die eigene Psyche häufig nicht bewusst ist. In der Körpertherapie und Beratung können die Ressourcen entdeckt, gefestigt und entwickelt werden. Dabei baut die Arbeit auf dem Grundsatz auf, dass alle Menschen die meisten Ressourcen, die sie zur Lösung ihrer Probleme benötigen, bereits selbst in sich haben.

Der eigene Körper ist bereits eine riesige Ressource, ein Raum voller Erfahrungen und Wissen. Zudem kann der Körper als Resonanzraum für das eigene Erleben verstanden werden, da er bei jedem (neuen) Erlebnis dabei ist und auf seine spezifische Art und Weise reagiert.
In der Körpertherapie werden Muster und Körperwissen bewusst gemacht und gegebenenfalls verändert. Unbewusste Erfahrungen können dem Geist dabei über den Körper zugänglich gemacht und bearbeitet werden. Dies ermöglicht sowohl neue Zugänge zu sich selbst als auch die Ausbildung neuer neuronaler Netzwerke im Gehirn.

[1] W. Tschaener & Storch, M.: Embodiment und Körperpsychotherapie. In: A. Künzler et al. Körperzentrierte Psychotherapie im Dialog. Heidelberg. Springer (2010), S. 161-176.
[2] siehe auch Trauma Release Exercise (TRE), Traumaforscher David Berceli:
Berceli, David (2007): Körperübungen für die Traumaheilung, Hrsg. Norddeutsches Institut für Bioenergetische Analyse e.V.
[3] Richter, K. (2011): Erzählweisen des Körpers: Kreative Gestaltarbeit in Therapie, Beratung, Supervision und Gruppenarbeit. Göttingen. Vandenhoeck & Ruprecht.

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Lara Felisa Rubbel

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